Sonntag, 16. April 2017

Hanna Rönnberg, finnlandschwedische Künstlerin und Schriftstellerin

Hanna Rönnberg kam am 16. April 1862 in Tavastehus in Finnland zur Welt und studierte ab 1875 zuerst an der Kunstschule in Helsingfors (Helsinki) und anschließend an der Kunstakademie in Stockholm. Wie zu jener Zeit üblich, ging Rönnberg einige Jahre später auch nach Paris um dort ihre Kunststudien an der Académie Julian und der Académie Corarossi zu vervollständigen. Bereits bevor die Künstlerin nach Paris ging, hatte sie jedoch mehrere Studienreisen unternommen und war, seit Gründung der Künstlerkolonie Önningeby auf Åland, dort im Sommer aktiv, mit Ausnahme eines Sommers, den Rönnberg überwiegend in der Künstlerkolonie in Skagen in Dänemark verbrachte.

Hanna Rönnberg gehört zu jenen Künstlern, die sich vor allem für die Freiluftmalerei interessierte und sich in Frankreich dem Impressionismus zuwandte, wobei die Künstlerin jedoch nicht nur Landschaften malte, sondern sich bei ihren Motiven vor allem Åland näherte, das sie seit ihrem ersten Aufenthalt faszinierte. Bei späteren Werken Rönnbergs bemerkt man, dass sie sich bei ihrem künstlerischen Streben eng an die französischen Bewegungen hielt, denn gegen die Jahrtausendwende ging sie mehr und mehr zur abstrakten Malerei und zum Symbolismus über, die sie jedoch immer mit dem Naturalismus kombinierte und durch helle Farben freundlicher gestaltete.

Während ihrer Aufenthalte auf Åland interessierte sich Hanna Rönnberg nicht nur für die Landschaft und die Malerei, sondern auch für die Schicksale der Menschen, was dazu führte, dass Rönnberg 1899 auch ihr erstes Buch mit dem Titel Från Ålands skär herausbrachte, das das Leben auf der heute finnischen Insel schildert. Diesem Buch sollten noch mehrere weitere Erke, überwiegend über Åland, folgen, um jedoch, gegen Ende ihres Lebens, in autobiographische Werke überzugehen. Von 1910 bis 1917 war Hanna Rönnberg, die am 9. November 1946 in Helsingfors (Helsinki) starb, auch Redakteurin der illustrierten Zeitschrift Hemma och ute in Finnland, einem Gegenpol der in Schweden erscheinenden Zeitschrift Idun. Wie sehr viele Künstlerinnen ihrer Zeit, war Hanna Rönnberg nie verheiratet.


16. April 1851: Ernst Josephson, der Künster des Wahnsinns
16. April 1862: Hanna Rönnberg, Schriftstellerin und Künstlerin
16. April 1910: Gunnel Beckman, vom Kriminalroman zum Kinderbuch
16. April 1937: Henric Westman und die Stadt Linköping
16. April 1938: Die schwedische Künstlerin Margot Öjemark Wiik
16. April 1943: Schwedische U-Boot HMS Ulven spurlos verschwunden
16. April 1964: Der schwedische Jazzmusiker Esbjörn Svensson

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 15. April 2017

Karin Fryxell und die Sagenwelt des Värmland

Als Karin Fryxell am 15. April 2003 im Alter von 91 Jahren in Filipstad starb, ging sie vor allem wegen Ihrer Trollfiguren Sotlugg und Linlugg in die Literatur- und Kunstgeschichte Schwedens ein, zwei Figuren, die sie in den Sagenwäldern des Värmland beheimatete und die die Künstlerin auch in Form des Films Sotlugg und Linlugg aus dem Jahre 1948 überlebten. Fryxells Kinderbücher waren eine Neuerung auf dem Kinderbuchmarkt, denn die Künstlerin hat für diese Bücher über 100 Troll-Puppen nach eigenen Ideen hergestellt, in dem zu den Sagen passenden Milieu platziert und sie dort fotografiert, was jedem der Bücher ein Wirklichkeitsgefühl verlieh.

Dabei hatte Karin Fryxel, die am 2. Dezember 1911 in Stockholm zur Welt gekommen war, ganz andere Ziele, denn auch wenn sie bereits im Alter von fünf Jahren ihre erste Sage verfasst hatte, so wollte sie eigentlich Künstlerin werden und begann mit 18 Jahren eine Ausbildung in Malerei an der Stockholmer Kunstschule. 1932 ging die angehende Malerin dann für drei Jahre nach Paris um dort ihre Studien zu vervollständigen. Noch bevor sie jedoch die Ausbildung abgeschlossen hatte, erkrankte sie an Tuberkulose und musste 1934 nach Schweden zurückkehren. Die Krankheit zwang Fryxell dann auch dazu die Malerei erst einmal ganz an den Nagel zu hängen, und es sollte 20 Jahre dauern bis die Künstlerin gesunden sollte.

Diese Unterbrechung in der Malerei, die Karin Fryxell erst wieder Mitte der 50er Jahre aufnahm, brachten indes eine sehr positive Wende in ihrem Werdegang, denn sie zog mit ihrer Mutter in ein kleines Häuschen bei Filipstad  und begann dort, inspiriert von den Wäldern des Värmland, Trollpuppen herzustellen, für die sie dann einen Platz in der Natur suchte um sie in einer Sagenwelt zu fotografieren. Das Ergebnis sollten 14 Bücher über die Trolle Sotlugg und Linlugg werden, wobei sie das erste Buch jedoch auf eigene Rechnung verlegen musste, da ihre Idee so neu war, dass kein Verleger das Risiko übernehmen wollte. Als es Fryxell wieder besser ging, zeigte sie eine enorme Energie, denn sie begann wieder zu malen, schrieb weitere Kinderbücher, aber auch Gedichte und malte für eine selbst errichtete Kapelle Glasfenster, ein Traum, den die Künstlerin hatte, seit sie, nach Überwindung der Krankheit, religiös geworden war.ank">Gustav II. Adolf gründet die Stadt Sala

15. April 1659: Der Befehlshaber Adam Ludwig Lewenhaupt
15. April 1931: Tomas Tranströmer und die Renaissance der klassischen Versform
15. April 1931: Die Lyrik des Tomas Tranströmer
15. April 1942: Erik Femström, als Sänger bekannt unter dem Namen Jerry Williams
15. April 1942: Ludvig Nordström und das Paradies in Nordschweden
15. April 1990: Greta Garbo, von der Friseuse zum Weltstar
15. April 1992: Die schwedische Sängerin Amy Diamond 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 14. April 2017

Kristineberg-Boliden, die längste Seilbahn der Welt

Der Zweite Weltkrieg brachte für mehrere Bergwerke Schwedens große Probleme mit sich, da einige unter ihnen nicht an Eisenbahnlinien lagen und der Treibstoff für Lastwagen eine Mangelware war. Besonders deutlich zeigte sich dies an der Kristineberg-Grube, von wo aus das Eisenerz nach Boliden transportiert werden musste, eine Strecke von knapp 100 Kilometern. Man suchte daher nach einer sinnvollen Lösung und kam auf die Idee eine Seilbahn zu bauen, die das Erz über diese Strecke transportieren sollte. Auch dieses Unterfangen zeigte sich als problematisch, denn in den extrem kalten Wintern konnte man oft nicht zwischen festem Boden und gefrorenem Sumpf unterscheiden, was bereits bei der Planung im Winter 1941/42 immer wieder Korrekturen forderte.

Am 14. April 1943  konnte dann endlich die Erz-Seilbahn von Kristineberg nach Boliden eingeweiht werden, eine Seilbahn, die mit einer Länge von 96 Kilometern die längste Seilbahn der Welt wurde. Da die Träger der Seilbahn aus Stahlbeton war, konnte die Linie bis zu den 70er Jahren problemlos benutzt werden, zeigte dann jedoch Verschleißerscheinungen und musste mehrmals an einigen Stellen repariert werden, was auch dazu führte, dass sich die Kosten für die Seilbahn bis zu den 80er Jahren vervierfachten und die Transportkapazität auf 50 Prozent sank. Letztendlich musste man sich dafür entscheiden die Linie stillzulegen. Nachdem diese Seilbahn dann insgesamt zwölf Millionen Tonnen Eisenerz transportiert hatte, kam die letzte Fahrt am 9. Januar 1987.

Allerdings sollte damit diese Seilbahn nicht sterben, denn noch bevor das letzte Eisenerz seinen Weg antrat, hatte sich bereits ein Verein gegründBoliden,et, der auf der Sektion IV der Linie, einer Strecke von 13 Kilometern, eine Seilbahn für den Personenverkehr einrichten wollte. Als dann am 10. Juli 1989 diese Strecke erneut eingeweiht wurde, kam die Strecke Örträsk nach Mensträsk als die längste Seilbahn für Personenverkehr in das Buch Guinness World Records. Nach aufwendigen Arbeiten im Jahr 2017 wird diese Seilbahn voraussichtlich 2018 wieder für den Personenverkehr in Betrieb genommen. Die heutige Seilbahn gilt als eine der wichtigsten Bauten der schwedischen Industriegeschichte.


14. April 1552: Der schwedische Reformator Laurentius Andreae
14. April 1891: Karl Gerhard, der König der schwedischen Revue
14. April 1924: Eine Straßenbahn, die mit Benzin fährt
14. April 1927: Der erste Volvo läuft vom Band
14. April 1954: Tetra Pak, eine schwedische Marke und Erfindung
14. April 1970: Anna Kinberg Batra, Vorsitzende der Moderaterna
14. April 1984: Marianne Aminoff, der unbekannte Filmstar

Copyright: Herbert Kårlin

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Donnerstag, 13. April 2017

Die Schriftstellerin Fredrika Wilhelmina Carstens

Als Fredrika Wilhelmina Carstens am 13. April 1888 im finnischen Helsingfors (Helsinki) starb, war sie in literarischen Kreisen nahezu unbekannt und selbst die aufkommenden Frauenbewegungen zeigten sich an ihrem einzigen größeren Werk nicht interessiert. Heute gilt ihr Roman Murgrönan, ein in Briefform abgefasstes Werk, als der erste finnische Roman, auch wenn J. V. Snellmann im Jahr 1840, also im gleichen Jahr, ebenfalls ein Prosawerk in finnischer Sprache veröffentlicht hatte, das von der Kritik, im Gegensatz zu Carstens Werk, sehr positiv aufgenommen worden war und Murgröna anonym herausgegeben worden war und das Buch nur in gewissen Städten des heutigen Finnland vorbestellt werden konnte.

Wilhelmina Carstens kam am 5. Juni 1808 in Nådendal zur Welt und besuchte, da sie aus einem gebildeten Haus kam, die höhere Mädchenschule in Helsingfors, wobei man annimmt, dass sie vor ihrer Ehe mit Unterleutnant Carl Adolf Otto Carstens auch einige Zeit in Stockholm verbracht hatte. Das in schwedischer Sprache geschriebene Werk Murgröna von knapp 400 Seiten wurde von Carstens in der damals sehr verbreiteten Feuilleton-Form geschrieben, wobei sie eine Stärke darin zeigte das damalige Gesellschaftsleben, teils in satirischer Form, zu beschreiben. Die tatsächliche literarische Leistung des Buches ist bis heute allerdings umstritten, aber als erster Roman Finnlands findet Murgröna jedoch einen festen Platz in der finnlandschwedischen Literatur.

Da Wilhelmina Carstens, wie zu jener Zeit üblich bei weiblichen Literaten, sämtliche ihrer Werke unter Pseudonym, also nur mit einer Signatur versehen, veröffentlichte, so ist bis heute auch unbekannt wie viele Gedichte oder kürzere Artikel sie  während ihres Lebens schrieb und nur einige Veröffentlichungen in der Borgå Tidning können eindeutig der Schriftstellerin zugeordnet werden, von ihrem unveröffentlichten Jugendwerk abgesehen. Über die private Wilhelmina Carstens ist sehr wenig bekannt, außer ihrem Streben nach einem besseren Leben und der Anerkennung in der höheren Gesellschaft, die sich jedoch in keiner Weise der Schriftstellerin gegenüber öffnete, nicht zuletzt deshalb, weil sie nahezu ihr gesamtes Leben lang mehr oder weniger nahe der Armut lebte.


13. April 1714: Großbrand in Västerås
13. April 1812: Der letzte Reichstag in Örebro
13. April 1872: Der samische Künstler Nils Nilsson Skum
13. April 1876: Are Waerland, ein schwedischer Gesundheitsapostel
13. April 1909: Henrik Thore Cedergren und das erste Telefon Schwedens
13. April 1930: Die schwedische Textilkünstlerin Agnes Branting

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Mittwoch, 12. April 2017

Der Künstler und Kupferstecher Gustaf Broling

Gustaf Broling kam am 11. April 1766 auf Gut Lundsgård in Edsberg zur Welt und studierte nach seiner Hochschulreife an der Universität Uppsala um sich auch eine leitende Tätigkeit in den schwedischen Bergwerken vorzubereiten, wobei sich Broling insbesondere für die Mechanik und die Gießereien interessierte. Während seiner Arbeit im Bergwerkkollegiet zwischen 1789 und 1797 nahm Brolin auch mehrere private Aufträge an und war Teilhaber an einigen Industrieunternehmen. Bedeutend für die Zukunft Brolins wurde dann jedoch eine Studienreise nach England, die er von 1997 bis 1999 unternahm.

Mit dem Stipendium, das Gustaf Brolin für seine Studienreise erhalten hatte, sollte er insbesondere die Herstellungen von chirurgischen Instrumenten, die Schmiedekunst und die Herstellung von Stahldraht erlernen um diese Techniken nach Schweden zu bringen. Auch wenn Brolin beim Besuch zahlreicher Fabriken auf zahlreiche Schwierigkeiten stieß, da man dort verhindern wollte, dass er Geheimnisse der Herstellungsprozesse erfuhr, konnte Brolin viele der Prozesse erahnen und Rückschlüsse ziehen, was ihm so gut gelang, dass er, nach seiner Rückkehr nach Schweden, selbst eine Fabrik für chirurgische Instrumente nach englischem Modell aufbauen konnte.

Ab diesen Jahren beschäftigte sich Gustaf Brolin auch mit der Herstellung von Münzen und der Lithographie, was dazu führte, dass er 1814 beim königlichen Münzwerk als Inspektor angestellt wurde und auch Vorstand des Bergkollegiums wurde. Seine Fähigkeit als Kupferstecher konnte Brolin bereits ab 1811 beweisen, da er, in der Folge seiner Reise nach England, seine Aufzeichnungen zur Englandreise in vier Bänden veröffentlichte, wobei drei Bände den wissenschaftlichen Erklärungen dienten und der vierte Band ein Tafelwerk mit 32 Kupferstichen Brolins ausmachte. Dieses Werk führte auch zur Gründung mehrerer Fabriken und Werkstätten. Gustaf Brolin starb am 12. April 1838 in Stockholm.


12. April: Der schwedische Vorname Liv und seine Bedeutung
12. April 1106: Rikissa von Polen, zweimal schwedische Königin und einmal Fürstin
12. April 1116: Rikissa von Polen wird zweimal zur schwedische Königin
12. April 1167: Karl Sverkersson stirbt auf Visingsö
12. April 1537: Kristina von Holstein-Gottorp wird in Schweden Königin
12. April 1838: Axel Elmlund, vom Ballett zur Tragödie
12. April 1959: Die Markthalle Hötorget in Stockholm 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 11. April 2017

Ragnar Ring, ein Militär wird Regisseur und Schriftsteller

Ragnar Ring kam am 11. April 1882 in Kinnarumma im Västra Götaland zur Welt, verbrachte jedoch seine Kindheit überwiegend im Småland. Nach seiner Hochschulreife in Växjö im Jahre 1901 verließ Ring jedoch das Småland um in Stockholm eine militärische Karriere zu beginnen. Schon 1905 wurde Ring dann Unterleutnant und begann eine Weiterbildung an der Kriegsschule Karlberg. Hier zeigte sich erstmals eines der Talente Rings, denn er komponierte während der Ausbildung den Walzer Karlsbergsboston, der nur wenig später zum ständigen Repertoire des Musikkorps KKS wurde.

Im Jahre 1906 wurde Ragnar Ring dann ins Regiment im Västernorrland versetzt, wo er zwei Jahre später zum Leutnant ernannt wurde. In diesen Jahren nahm der Rang dann das Pseudonym Lasse Rang an um, neben der militärischen Karriere, auch Feste zu arrangieren und vor allem um für die Härnösand-Posten und das Sollefteå-Bladet zu schreiben. In der Eigenschaft als Journalist fiel Ring 1912 dann dem Regisseur Mauritz Stiller auf, der ihn bat das Manuskript zu einem Film über die ersten Kriegshunde Schwedens zu schreiben, den Film När larmklockan ljuder. Diese Arbeit sollte die Zukunft Lasse Rings bedeutend beeinflussen.

Auch wenn Ragnar Ring weiterhin im Militärdienst blieb, so arbeitete er zwischen 1912 und 1918 immer wieder als Drehbuchautor für Svenska Biografen und die schwedische Niederlassung von Pathé Frères. Nach Ende des Ersten Weltkriegs erschien dann auch der erste Roman Rings, Madame de Menasjévitj, der stark autobiographisch war und vor allem ein Rückblick auf die Geschehnisse am Torne älv war. Ab dieser Zeit widmete Ragnar Ring immer mehr Zeit dem Film und, nach seinem Rückzug aus dem Militärdienst im Jahre 1923, begann er auch als Regisseur zu arbeiten, wobei er sich hierbei vor allem für den frühen Werbefilm einsetzte. Insgesamt verwirklichte Ring über 1000 Werbefilme für die schwedische Industrie, unter anderem den mittlerweile restaurieren Film Herr och Frau Stockholm über das Kaufhaus PUB des Jahres 1920, in dem auch Greta Garbo eine Rolle spielt. Ragnar Ring starb am 1. August 1956 in Stockholm.


11. April 1810: König Karl XIII. genehmigt den Bau des Göta Kanals
11. April 1833: Der schwedische Ministerpräsident Fredrik Wilhelm von Otter
11. April 1837: Der schwedische Kampf gegen den Alkohol
11. April 1860: Ferdinand Boberg, Architekt und Designer
11. April 1899: Gustaf Emanuel Beskow und das Schulwesen
11. April 1940: Schweden rüstet sich gegen Deutschland
11. April 1955: Die schwedische Sängerin Lena Andersson
11. April 1973: Szenen einer Ehe, ein Film von Ingmar Bergman
11. April 1977: Die schwedische Sängerin Sara Löfgren
11. April 1990: Ivar Lo-Johansson, ein Pfeiler der Arbeiterliteratur Schwedens
 
Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 10. April 2017

Axel Kumlien, der Architekt für Bahnhöfe und Krankenhäuser

Axel Kumlien kam am 10. April 1833 in Härlunda bei Göteborg zur Welt und besuchte, gemeinsam mit seinem Bruder Hjalmar Kumlien, die Chalmers slöjdskola, den Vorläufer der heutigen Technischen Hochschule Chalmers und schloss seine Studien dann 1856 in der Architekturschule in Braunschweig fort, wo er auch an der Restauration des Kölner Doms mitarbeitete. Als Kumlien 1860 nach Schweden zurückkehrte, ließ es sich in Stockholm nieder und begann für Adolf W. Edelsvärd zu arbeiten. Insgesamt arbeitete der Architekt zwölf Jahre lang für Edelsvärd und war während dieser Zeit am Bau von mindestens 60 Bahnhofsgebäuden beteiligt.

Unter Edelsvärd lernte Axel Kumlien Wert auf großflächige Innenräume, Ausschmückungen in altnordischer Ornamenten und die Aufteilung der Flächen zu legen und die Räume verschiedenen Zielen anzupassen, was ihm bei seinen späteren Bauten sehr dienlich war. Der äußere Aspekt der Bahnhöfe unterschied sich nur selten, aber der Innenausbau musste sich jedem Ort und der Bedeutung eines Bahnhofs anpassen. Als die herausragendsten Arbeiten Kumliens dieser Zeit gelten die beiden Flügel des Hauptbahnhofs in Stockholm und die ehemalige Bergslagernas Eisenbahnstation in Göteborg, die heute als das „Weiße Haus“ bekannt ist und unter Denkmalschutz steht. Bei nahezu all diesen Bauten haben die Brüder Kumlien einen wichtigen Beitrag geleistet.

Mit der industriellen Entwicklung in Stockholm gegen Ende des Jahrhundert ging Axel Kumlien dann vom Bau der Bahnhofe zum Bau von Bürohäusern über, die sich vor allem durch Skulpturen und Ornamente auszeichneten, wobei der Architekt allerdings zu jener Zeit auch zahlreiche Miethäuser zeichnete. Ab 1874 kamen dann die Aufträge, die Axel Kumlien, aber auch seinen Bruder, den echten Durchbruch als Architekten brachte, denn sie wurden die offiziellen Baumeister für Krankenhäuser, denen sie einen eigenen Stempel gaben. Kumlien ging bei den Krankenhäusern dazu über, ähnlich der Bahnhöfe, Gebäude hinsichtlich ihrer Anwendung zu gestalten und vor allem mit Pavillons zu arbeiten, wobei er Abteilungen trennte und eine eigene Abteilung als Operationssaal schuf. Zu seinen bedeutendsten Krankenhausbauten gehören das Lazarett in Karlskrona, das Krankenhaus in Malmö und das Sahlgrenska Universitätskrankenhaus in Göteborg.


10. April 1216: Erik Knutsson und die erste Krönung Schwedens
10. April 1728: Nicodemus Tessin der Jüngere und das Stockholmer Schloss
10. April 1902: Der Kunstsammler und Mäzen Pontus Fürstenberg
10. April 1929: Der schwedische Schauspieler Max von Sydow
10. April 1946: Mikael Wiehe, mit Allsång die Regierung stürzen
10. April 1947: Die schwedische Sängerin Lena Maria Gårdenäs
10. April 1990: Das Ivar Lo-Johansson Museum in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

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Sonntag, 9. April 2017

Mikael Agricola, der Gründer der finnischen Schriftsprache

Als der Bischof und Reformator Mikael Agricola am 9. April 1557 im Alter von 50 Jahren auf der Heimreise von den Friedensverhandlungen mit Ivan IV. verstarb, ging er nicht nur in die schwedische Geschichte ein, sondern auch in die finnische, da er als der Gründer der finnischen Schriftsprache gesehen wird. Agricola hatte sich, im damaligen schwedischen Reich, nämlich für die finnische Sprache eingesetzt, obwohl er selbst ursprünglich schwedisch sprach. Bis heute konnte man nicht erfahren auf welche Weise er damals die Sprache des dortigen Volkes lernte, sicher ist jedoch, dass er die Grundregeln für das Finnische festlegte.

Mikael Agricola war der Sohn eines Landwirts, der, katholisch erzogen wurde, sehr bald jedoch zum protestantischen Glauben fand und 1529 Sekretär des Bischofs Martin Skytte in Åbo (Turku) wurde. Nach einigen Jahren begann Agricola dann ein Theologiestudium, unter anderem unter Martin Luther, in Wittenberg. Nach Erhalt des Magisters kehrte der Theologe nach Åbo zurück und wurde dort zum Rektor der Kathedralschule ernannt. 1548 wurde Agricola dann der Assistent des Bischofs Martin Skytte und, als dieser zwei Jahre später starb, wurde er zum ersten protestantischen Bischof auf finnischem Raum ernannt.

Vermutlich um die ländliche Bevölkerung der schwedischen Provinz Finnland zu erreichen, lernte Agricola spätestens um diese Zeit die finnische Sprache und veröffentlichte bald darauf die ersten gedruckten Bücher in finnischer Sprache. Da sein erstes Buch ein Lesebuch für Grundschüler war, das in ganz Finnland benutzt wurde, gefolgt von christlichen Werken und Gebeten, entstand damit eine Norm der finnischen Sprache. Bereits 1544 veröffentlichte Mikael Agricola ein umfassendes Gebetsbuch, 1548 übersetzte er das Neue Testament, und 1551 veröffentlichte er ein Psalmbuch. Auch wenn Agricola bei den grammatischen Strukturen auf die schwedische Sprache baute, so gelang es ihm dadurch dennoch in nur wenigen Jahren, neben Latein, Schwedisch und Deutsch die Grundlagen für die Sprache des dortigen Volkes zu schaffen und damit eine breite Schicht der Bevölkerung zu erreichen.


9. April 1689: Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin
9. April 1844: Der schwedische Ingenieur Adolf Ahlsell
9. April 1862: Anna Maria Roos, vom Schulbuch zum Drama und zum Kinderbuch
9. April 1903: Die Schauspielerin und Regisseurin Mimi Pollak
9. April 1944: Lars Norén und die schwedischen Außenseiter
9. April 1947: Maria-Pia Boëthius und der schwedischer Feminismus
9. April 1947: Die erstaunliche Karriere von Karin Kock-Lindberg
9. April 1970: Gustaf Tenggren, von Trollen zu Disneys Pinocchio
9. April 2006: Der schwedische Skandalregisseur Vilgot Sjöman 
9. April 2010: Kerstin Thorvall und die sexuelle Revolution Schwedens

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Samstag, 8. April 2017

Claes Malmberg, Schauspieler und Stand-Up-Comedian

Claes Malmberg kam am 8. April 1961 in Göteborg zur Welt und teilt sein berufliches Leben zwischen der Schauspielerei und der Stand-Up-Comedy, wobei er in beiden Bereichen einen großen Erfolg hat, zumindest seit seiner komischen Rolle Ronny Jönsson, in der man den Künstler ab 1988 im Rundfunk, Fernsehen und auf der Bühne finden konnte. Im Kontrast dazu bekennt sich Malmberg zum Buddhismus und einem sozialistischen Denken. Der Schauspieler und Komiker tritt auch aktiv für die Selbständigkeitsbewegung Tibets ein. Malmberg lebt zur Zeit in Stockholm und kann sich eine Rückkehr in die Provinzstadt Göteborg nicht vorstellen, da man dort nur über kumpelhafte Beziehungen etwas erreichen könne.

Nach dem ersten großen Erfolg als Ronny Jönsson wandte sich Claes Malmberg dann jedoch erst einmal der Stand-Up-Comedy zu, und ging mit Lennie Norman, einem Musiker und Stand-Up-Comedian, auf Tournee. Das Duo machte sich sehr schnell einen Namen und wurde dann für das Fernsehprogramm Måndagsklubben engagiert, wobei Malmberg in dieser Zeit auch parallel dazu in der TV-Satire Parlamentet zu sehen war. Es zeigte sich jedoch schnell, dass Claes Malmberg nicht ohne Film und Theaterbühne leben konnte. Seine erste bedeutende Rolle als Schauspieler war dann 1990 Thénardier in Les Miserables im Cirkus in Stockholm.

Für Claes Malmberg folgen dann zahlreiche weitere Auftritte, sowohl in ernsthaften, als auch in komischen Rollen, wobei er für die seine Rolle in der schwedischen Version des Broadway-Musicals Det våras för Hitler eine begehrte Goldmaske für die beste männliche Hauptrolle überreicht bekam. Malmberg zeigte ab den 90er Jahren seine volle künstlerische Breite, denn er stand nicht nur in bedeutenden Rollen auf der Bühne, sondern wirkte auch in den Astrid Lindgren Filmen mit und war in zahlreichen Unterhaltungsprogrammen im Fernsehen zu sehen. 2013 nahm er sogar, als Mitglied der Gruppe Ravaillasz an der schwedischen Vorausscheidung des Eurovison Song Contests teil. Seine bisher letzte große Rolle hatte Claes Malmberg in August Strindbergs Hemsöborna im Stadttheater in Stockholm.


8. April 1864: Die Karriere des schwedischen Schauspielers Oskar Textorius
8. April 1888: Die Sophiakirche in Jönköping wird eingeweiht
8. April 1931: Erik Axel Karlfeldt, der religiöse Dichter des 20. Jahrhunderts 
8. April 1931: Erik Axel Karlfeldt: Mit Poesie zum Nobelpreis der Literatur
8. April 1938: Der schwedische Einzelhandelgigant ICA
8. April 1956: M/S Gripsholm, von Schweden nach Amerika
8. April 1957: Sten Selander, vom Poeten zum Naturschützer Schwedens
8. April 1966: Mia Leche-Löfgren und die autobiographische Literatur Schwedens
8. April 1966: Die schwedische Pazifistin Mia Leche-Löfgren

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Freitag, 7. April 2017

Der schwedische Feldherr Lennart Torstenson

Als Lennart Torstenson am 7. April 1651 in Stockholm starb, ging er als einer der bedeutendsten Feldherren in die Geschichte Schwedens ein, obwohl er sich während der letzten zehn Jahre seines Lebens vor allem als Bauherr ausgezeichnet hatte und für einige sehr bedeutende Bauwerke Schwedens verantwortlich war, unter anderem das Schloss Ulvsunda bei Stockholm und der Residenset in Göteborg. Torstenson war erst 1640 aus Krankheitsgründen vom Schlachtfeld nach Schweden zurückgekehrt und war dabei zum Reichsrat ernannt worden.

Lennart Torstenson kam am 17. August 1603 auf Gut Forstena bei Vänersborg als Sohn eines Stadthalters zur Welt, und wurde, wegen der notwendigen Landesflucht seiner Eltern, von Familienangehörigen erzogen. Mit 15 Jahren wurde Torstenson Kammerpage bei Gustav II. Adolf und folgte in dieser Eigenschaft dem König auf dem Feldzug gegen Livland. Einige Jahre später reiste der spätere Feldherr in mehrere Länder, was für jeden Adeligen der Zeit eine Notwendigkeit war um Karriere zu machen. In Deutschland nahm Torstenson noch an der Schlacht in Wallhof teil, was im Grunde der Beginn seiner Ausbildung zum Feldherrn wurde.

Bereits 1628 wurde Lennart Torstenson Oberleutnant im Regiment von Gustaf Horn und zwei Jahre später wurde er Oberst der Artillerie. Die Artillerie war die neue und modernste Waffe von Gustaf II. Adolf, die Torstenson verbesserte und die dem schwedischen König zu seinen Siegen verhalf. Mit Hilfe der Artillerie gelang Torstenson, der 1632 zum General der Artillerie ernannt wurde, ein Sieg nach dem anderen, wobei der Glückszug jedoch 1632 unterbrochen wurde, als der Feldherr bei Alte Veste gefangen genommen wurde und ein Jahr im Gefängnis in Ingolstadt verbringen musste. Nach einem Gefangenenaustausch eroberte Torstenson noch die Festung Landsberg, musste dann jedoch ein Jahr später den toten König nach Schweden begleiten. Der Feldherr sollte anschließend noch ein weiteres Mal die schwedische Armee in Deutschland von der Niederlage retten bevor er wegen seiner Krankheit endgültig nach Schweden zurückkehren musste.


7. April 1878: Der schwedische Architekt Ivar Justus Tengbom
7. April 1906: Die schwedische Rechtschreibreform von 1906 
7. April 1908: Ebba Lindqvist, Gedichte vom Meer und dem Bohuslän 
7. April 1914: Die drei Berufe des Schweden Albert Theodor Gellerstedt 
7. April 1953: Dag Hammerskjöld, eine schwedische Legende 
7. April 1990: Brand auf der M/S Scandinavian Star bei Lysekil im Bohuslän

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Donnerstag, 6. April 2017

Eva Mobergs Buch Kvinnor och Människor

Als Eva Moberg mit 79 Jahren starb, ging sie im Grunde nicht wegen ihren Leistungen als Kämperin gegen Kernkraft, Kämpferin für die Umwelt oder ihre literarischen Werke in die Geschichte ein, sondern für einen Aufsatz, den Moberg am 6. April 1962 bei Bonnier veröffentlicht hatte. Der Aufsatz Kvinnor och Människor (Frauen und Menschen) hatte nach seiner Veröffentlichung einen Stein ins Rollen gebracht, der für die gesamte Frauenbewegung Schwedens bedeutend wurde und noch heute oft zu Diskussionen führt.

Eva Moberg drückte in ihrem Buch Kvinnor och Människor deutlich aus dass das Frau sein und ein Kind zur Welt bringen zu können nicht bedeutet dass sie damit gleichzeitig zur Hausfrau und Putzfrau geboren wurde. Moberg forderte dabei das Umdenken des Mannes, der in der Frau in erster Linie ein Geschlecht sehe, das im Haushalt besser aufgehoben sei als in der Berufswelt. Sie verwarf dabei auch die weit verbreitete Meinung dass eine Frau, die nicht gleichzeitig das Dienstmädchen im Haushalt war keine richtige Frau sei. Moberg war die erste Frau Schwedens, die in ihrem Aufsatz diese neue Denkweise einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machte.

Das Buch Kvinnor och Människor war aber auch eine Antwort auf Alva Myrdals und Viola Kleins Buch Kvinnans två roller, da Moberg die Aussage Myrdals, dass eine Frau immer zwei Rollen habe und ein Drittel ihres Lebens ihren Kindern widmen muss, nicht vertreten konnte, da dies nur die Emanzipation der Männer verhindere. Nach Moberg war es wichtig nicht von Mann und Frau und nicht von der Doppelrolle der Frau zu sprechen, sondern bei beiden Geschlechtern von Menschen. Da diese Theorie zu sehr starken Diskussionen führte, leitete Moberg mit ihrem Aufsatz auch ein politisches Umdenken ein, die, zumindest auf dem Papier, dem Patriarchat in Schweden ein Ende bereitete. Als Folgewerk von Kvinnor och Människor kann man einen Aufsatz sehen, den Eva Moberg 1995 schrieb, in dem sie die Forderung nach einer neuen Rolle des Mannes aufstellte.


6. April 1664: Arvid Horn, der heimliche Regent Schwedens
6. April 1827: Frithiof Grafström und das Dilemma zum Skalden gezwungen zu sein 
6. April 1847: Hans Järta, revolutionäre Schriften und die Wandlung
6. April 1864: Die Stadt Ronneby brennt ab und ändert den Stadtplan
6. April 1888: Dan Andersson, zwischen Arbeitergedichten und Wildmark 
6. April 1950: Christer Sjögren, von der Tanzband zum schwedischen Schlager 
6. April 1974: Die schwedische Gruppe Abba erobert die Welt 
6. April 1977: Sara Svensson, die religiöse Mörderin Schwedens

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Mittwoch, 5. April 2017

Kort Rogge, Bischof in Strängnäs

Kort Rogge, der unter verschiedenen Namen bekannt ist, kam vermutlich 1425 als Sohn eines deutschstämmigen Ziegelmeisters und einer aus dem höheren Bürgerstand stammenden schwedischen Mutter in Stockholm zur Welt und erhielt eine der in jener Zeit besten schulischen Ausbildungen. Dank des Reichtums der Eltern konnte sich Rogge 1446 an der Universität Leipzig einschreiben und anschließend noch an der italienischen Universität Perugia studieren, wo er auch einen Doktorgrad in Kirchenrecht erwarb. Als Rogge nach einem sechsjährigen Aufenthalt in Italien nach Schweden zurückkehrte, galt er als einer der gelehrtesten Männer des Landes.

Kurt Rogge gewann in Schweden sehr schnell hohe Ämter und als der Erzbischof Jöns Bengtsson 1463 vom dänischen König Kristian I. gefangen genommen wurde, übernahm Rogge bis zur Freilassung des Erzbischofs seine Arbeit. Als der schwedisch-dänische Krieg 1469 zu Ende ging, wurde Rogge zu Friedensverhandlungen als Vertreter Schwedens nach Lübeck geschickt und zehn Jahre später ernannte in Sten Sture der Ältere zum Bischof in Strängnäs. In der Stadt am Mälaren baute Kort Rogge, teilweise mit eigenen Spenden, nicht nur die von einem Brand stark beschädigte Kathedrale wieder auf, sondern finanzierte auch ein Krankenhaus für Priester.

Da der Erzbischof Schwedens in dieser Zeit noch relativ jung war, richtete sich Kurt Rogge ganz auf seine Tätigkeit als Bischof in Strängnäs ein, was auch eine Tätigkeit als Reichskanzler mit beinhaltete, Rogge also auch eine bestimmte politische Macht verlieh, die er jedoch nie zu persönlichen Zwecken ausnutzte. Allerdings machte sich Kort Rogge, der am 5. April 1501 als letzter bedeutender katholischer Bischof in Strängnäs starb, auch Feinde, da er alles daran setzte das Stift in Strängnäs zu stärken und dafür auch die Eisensteuer in Närkes Bergslagen wieder einforderte und den Vogt von Tynnelsö vor Gericht stellte, weil dieser bedeutende Summen veruntreut hatte.


5. April 1697: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden
5. April 1719: Axel von Fersen der Ältere in der Opposition
5. April 1786: Die Svenska Akademien, Verteidiger der schwedischen Sprache
5. April 1842: Der Archäologe und Reichsantiquar Hans Hildebrand
5. April 1950: Die Karriere der schwedischen Sängerin Agnetha Fältskog
5. April 1954: Die schwedische Sängerin Anna-Lotta Larsson
5. April 1962: Sara Danius, ständige Sekretärin der Svenska Akademien 
5. April 2001: Die schwedische Jazzsängerin Sonya Hedenbratt
5. April 2007: Maria Gripe und das realistische Kinderbuch Schwedens
5. April 2007: Maria Gripe, Kinderbücher ohne Gewalt

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Dienstag, 4. April 2017

Joseph Magnus Stäck, Künstler und Kunstprofessor

Joseph Magnus Stäck kam am 4. April 1812 als Sohn eines Händlers und Perückenmachers in Lund zur Welt und schrieb sich nach der Hochschulreofe an der Latinskola an der Universität Lund ein um Arzt zu werden. Sehr bald ging Stäck dann jedoch zur Theologie über und legte anschließend sowohl das Philosophieexamen als auch jenes in Theologie ab. Mit den beiden Diplomen in der Tasche gewann dann jedoch plötzlich sein Hobby die Oberhand und Stäck schrieb sich 1832 an der Kunstakademie in Stockholm ein, wo er 1840 als Nachwuchskünstler ausgezeichnet wurde und zwölf Jahre später eine Professur erhielt.

1842 erhielt Joseph Magnus Stäck eine Reisestipendium, das es ihm ermöglichte innerhalb von fünf Jahren sein Kunststudium in München, Venedig, Rom und schließlich auch in Paris zu vervollständigen. Sämtliche Gemälde, die er in diesen Ländern malte, schickte er nach Schweden um sie an Mäzene, private Sammler und den Kunstverein Stockholms zu verkaufen. Vom frühen Erfolg des Künstlers zeugen auch seine Ausstellungen, denn bei der Ausstellung der Akademie im Jahre 1840 waren neun seiner zwölf Gemälde vor der Eröffnung der Ausstellung verkauft und drei Jahre später konnte bei der Eröffnung der Ausstellung keines seiner 13 Ausstellungsstücke mehr erworben werden, da sämtliche Gemälde bereits verkauft waren.

Noch 1848, als Joseph Magnus Stäck nach Stockholm zurückkehrte, wurde er zum Hofmaler ernannt und vier Jahre später erhielt er den Titel eines Professors. Auch wenn Stäck selbst, der am 21. Februar 1868 in Stockholm starb, seine Gemälde nicht als hohe Kunst betrachtete und heutige Kunstkritiker keine Entwicklung in seinen Bildern finden, sondern mehr eine gleichbleibende hohe Technik, war Stäck Mitte des 19. Jahrhunderts einer der bekanntesten und erfolgreichsten Künstler Schwedens. Nur wenige Jahre vor seinem Tod verbrachte Stäck noch eine längere Zeit in einer schwedischen Künstlerkolonie in Düsseldorf, in der Hoffnung wieder inspiriert zu werden, aber es entstanden nur noch sehr wenige Bilder, die in keinem Punkt als herausragend bezeichnet werden können.


4. April 1611: Schweden und Dänemark kämpfen bei Kalmar
4. April 1764: Gustaf Johan Gyllenstierna wird zu Johan Axelsson
4. April 1869: Johan Göth und die Lokalgeschichte Smålands
4. April 1892: Edith Södergran, die erste Modernistin der schwedischen Literatur
4. April 1895: Der Operakällaren in Stockholm
4. April 1904: Der schwedische Kapellmeister Arne Hülphers
4. April 1915: Lars Ahlin und das soziale Leben der schwedischen Kleinstadt
4. April 1930: Victoria von Baden wird schwedische Königin
4. April 1957: Peter Englund und die Geschichte Schwedens
4. April 1966: Der schwedische Filmer Lorens Marmstedt
4. April 1973: Gösta Knutsson und Pelle Svanslös

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 3. April 2017

Der Maler und Schriftsteller Akke Kumlien

Akke Kumlien wurde am 3. April 1884 als Axel Kumlien in Stockholm geboren, wo er 1903 auch seine Hochschulreife ablegte, bevor er sich zwei Jahre später an der Universität Uppsala einschrieb. 1910 legte er seine Kandidatur in Philosophie ab und ein weiteres Jahr später arbeitete er kurze Zeit als Lehrer an der Volkshochschule in Molkom um sich dann jedoch ganz der Kunst zu widmen, zum einen, indem er sich 1913 an der Universität Lund einschrieb, zum anderen weil er als Hilfskraft am Kunstmuseum der Universität beschäftigt wurde.

Noch während seiner Studienzeit hatte Akke Kumlien auch seine ersten Schritte als Dichter gemacht und zwei Gedichtbände veröffentlicht, sich aber auch stark für Kalligraphie interessiert. Diese Kombination an Kenntnissen verhalf Kumlien 1916 auch dazu dass er 1916 vom Norstedts Verlag in Stockholm als künstlerischer Ratgeber für die Bücher des Verlags angestellt wurde, mit dem Auftrag dem Verlag durch eine neue Graphik einen modernen Stempel zu geben und auch die technischen Möglichkeiten der Buchkunst zu erneuern.

Ab 1924, als Akke Kumlien Lehrer an der Kunsthochschule wurde, entwickelte er eine ungemeine Aktivität, die sein volles Können bewies, denn er erneuerte nicht nur die Typographie und die Buchkunst bei Nordstedt, sondern wurde wegweisend für die bildliche Reklame und er begann eine Parallelkarriere als nordischer Impressionist. Ab diesen Jahren verfasste Kumlien auch mehrere grundlegende Lehrbücher zur Technik der Kunst, die bis heute kaum etwas an ihrem wissenschaftlichem Wert verloren haben. Auch wenn Akke Kumlien, der am 4. Juni 1949 in Stockholm starb, als Maler im Nationalmuseum in Stockholm und im Museum Östersunds vertreten ist, so gilt er bis heute als Erneuerer der schwedischen Buchkunst, Werbegraphik und Typographie.


3. April 1581: Johannes Rudbeckius und die erste Mädchenschule Schwedens
3. April 1756: Der schwedische Hofdichter Carl Gustaf af Leopold
3. April 1780: Abraham Rydberg, vom Großhändler zum Wohltäter
3. April 1791: Die schwedische Hushållningssällskapet
3. April 1823: Erik Johan Stagnelius, der Aussenseiter unter den Dichtern
3. April 1868: Der schwedische Komponist Franz Berwald
3. April 1918: Olof Palme stirbt durch die Kugel eines unbekannten Schützen
3. April 1927: Maria Sandel, die erste Arbeiterschriftstellerin Schwedens
3. April 1945: Schwedischer Pilot über Blekinge abgeschossen
3. April 1952: Albin Hagström und das schwedische Akkordeon 

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 2. April 2017

Die Oscar Fredriks kyrka in Göteborg

Die Oscar Fredriks kyrka in Göteborg liegt auf einem Hügel im Stadtteil Olivedal, dem Dahlins berg, und beeindruckt von weitem mit ihrem Aussehen. Ihren Namen erhielt die Kirche nach König Oscar II., der die Oscar Fredriks kyrka 1898 persönlich besuchte und sich im Gästebuch eintrug. Der Hügel erhielt seinem Namen nach dem Kaufmann Samuel Dahlin, der nur eine kurze Strecke davon entfernt auch eine Reederei hatte und sich bedeutend für den Bau der Kirche einsetzte. Trotz ihrer Größe und dem imposanten Aussehen, handelt es sich bei der Oscar Fredriks Kirche lediglich um eine Stadtteilkirche, die deswegen kaum von Besuchern der Stadt entdeckt wird.

Eingeweiht wurde die Oscar Fredrik kyrka am 2. April 1893, einem Ostersonntag, vom Bischof des Stiftes, Edvard Herman Rohde. Der Bau als solches gehört mit zu den bedeutendsten Werke des Architekten Helgo Zettervall, der der Kirche nicht nur seinen neugotischen Stil gab, sondern dabei zu Ziegeln griff, die ein Kennzeichen der Nationalromantik sind, eine Kombination, die man bei keinem anderen Bauwerk Schwedens finden kann, da es sich dabei im Prinzip um einen Stilbruch handelt und gegen die architektonische Linie jener Jahre lief.

Die Oscar Fredriks Kirche unterscheidet sich aber auch noch in anderen Punkten von den traditionellen Kirchen Schwedens, denn der Kirchturm wurde am Chor gebaut, was dem Bau eine besondere Charakteristik verleiht. Zum weiteren findet man in der Kirche nicht einen einzigen Gegenstand, der älter wäre als die Kirche selbst, da man nie versuchte dort Kirchenschätze zu sammeln, sondern die Einheit erhalten wollte, trotz mehrmaligen Restaurationsarbeiten und einigen kleineren Umbauten. Wer das Innere der Kirche besucht, kann sogar noch die farbliche Entwicklung der Oscar Fredriks kyrka verfolgen, da man bei der letzten Restauration im Jahre 1974 zur Dokumentation Flächen mit den ursprünglichen Farben freilegte und seither erhält.


2. April 1796: Die schwedische Künstlerin Ulrika Pasch
2. April 1884: GAN, Gösta Adrian-Nilsson, und die moderne Kunst Schwedens
2. April 1900: Gustaf Åkerhielm, Ministerpräsident Schwedens
2. April 1904: Karl Ragnar Gierow holt das europäische Theater nach Schweden
2. April 1954: Der schwedische Künstler Lars Lerin
2. April 1954: LIN, die schwedische Fluggesellschaft Linjeflyg
2. April 1967: Die Stadtbibliothek in Göteborg
2. April 1974: Håkan Hellström, Musik aus Schweden
2. April 1995: Hannes Alfvén, ein Nobelpreisträger als Kernkraftgegner

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 1. April 2017

Der Regisseur und Produzent Gustaf Edgren

Gustaf Edgren kam 1. April 1895 in Östra Fågelvik zur Welt und taucht in der schwedischen Filmgeschichte erstmals im Jahre 1922 auf, als er mit Fröken på Björneborg, einer Liebesgeschichte mit mehreren Intrigen, seinen ersten Film präsentierte. Der Journalist hatte hierfür die Produktionsfirma Värmlandsfilm gegründet, das Manuskript geschrieben und für den Film, der ohne jedes Studio entstand, selbst die Regie geführt. Obwohl Edgren keinerlei Ausbildung im Filmbereich hatte, war sein erster Film ein bedeutender Erfolg, möglicherweise, weil es Edgren gelungen war den Humor des Värmlands in seinem ersten Film zu fangen.

Nach diesem ersten Erfolg produzierte Gustaf Edgren weitere fünf Filme mit seiner eigenen Produktionsfirma, um jedoch 1927 einen Vertrag mit der Svensk Filmindustri zu schließen und dort für weitere 27 Filme zu zeichnen, die in dieser Zeit offiziell dem Unternehmen die höchsten Gewinne brachten, da kein anderer Regisseur Schwedens so viele Zuschauer vor die Leinwand lockte und dabei so preisgünstig produzierte. In diesen Jahren entdeckte Edgren auch den Schauspieler und Komiker Fridolf Rhudin, der mit seinem Humor die Zuschauer voll überzeugte und ein Liebling des Publikums wurde.

Der Erfolg von Gustaf Edgren, der am 10. Juni 1954 in Bromma starb, lag vor allem daran, dass er ein Meister der volkstümlichen Lustspiele war, was sich nicht nur bei seinem ersten Film zeigte, sondern auch bei Värmlänningarna aus dem Jahre 1932. Selbst die beiden politischen Filme Edgrens, insbesondere Röda dagen nach dem Roman von Erik Lindorm, werden zum Erfolg, auch wenn Edgren hier deutlich Stellung gegen den Nationalsozialismus nahm und dabei auch die Frauenbewegung Schwedens einband, was nicht von allen Schweden positiv gesehen wurde. Gustaf Edström verfolgte mit seinen Filmen im Grunde nur ein einziges Ziel, nämlcih dem Volk eine angenehme Unterhaltung zu bieten und selbst problematische Themen mit Humor zu versehen.


1. April 1412: Der schwedische König Albrecht von Mecklenburg
1. April 1643: Königin Kristina verleiht Åmål die Stadtrechte
1. April 1841: Knut Michaelson, vom Industriedisponent zum Theater
1. April 1843: Adolph Ribbing und der Mord an Gustav III.
1. April 1915: Der schwedische Architekt Lennart Kvarnström
1. April 1945: Totta Näslund und der Weg zu Bob Dylan
1. April 1953: Die erste männliche Krankenschwester Schwedens
1. April 1962: Gustaf VI. Adolf weiht den Flughafen Arlanda in Stockholm ein
1. April 1967: Sixten Sason und die Saab-Modelle
1. April 1997: Die Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden

Copyright: Herbert Kårlin